Sonntag, 13. Mai 2018

Guatemala






Zum Schluss unserer Reise wird es noch einmal richtig spannend. Wir nähern uns Guatemala. Hier im Rio Dulce wollen wir unsere Murada in der Regenzeit an Land stellen. Vor der Einfahrt zum Fluss gilt es eine Barre zu überwinden. Für viele Segler mit einem Tiefgang von mehr als 2 Metern ist die Einfahrt nur unter Schwierigkeiten möglich. Unsere Murada misst offiziell 1.85m, aber mit unserem derzeitigen Reisegepäck liegt sie deutlich tiefer im Wasser. Bereits auf dem Weg hierher dreht sich bei den Seglern alles um das Thema, wie und wann die Barre zu überwinden ist, welchen Tiefgang die verschiedenen Schiffe haben, bei welchem Tiefgang eine Einfahrt ohne fremde Hilfe noch möglich ist, wo die Fahrrinne verläuft. Gemeinsam wird der beste Termin ermittelt. Die Gestirne werden zu Rate gezogen und das Wetter beobachtet.

Wir sind pünktlich zur richtigen Zeit vor Ort. Es ist Hochwasser und Neumond, die See ist ruhig. Die Einfahrt zum Fluss lockt in der Ferne. Wir folgen Brigitte und Kurt. Mit ihrer Segelyacht Elena, einer Vanderstadt 34 haben die beiden 1.60m Tiefgang plus Zuladung. Kurt folgt seinem Track vom letzten Jahr. Damals hatte er noch ausreichend Wasser unter dem Kiel. Wir folgen in gebührendem Abstand, die Spannung steigt. Zunächst läuft alles reibungslos, da plötzlich nickt Elena ein und sitzt auf. Der Untergrund besteht aus weichem Schlick. Mit Vollgas muddelt sich Elena durchs Flache und fährt weiter. Kurze Zeit später stecken auch wir fest. Hinter uns mölmt das Wasser, unser Motor schiebt uns Zentimeter für Zentimeter vorwärts. Mal denken wir, wir haben es geschafft, dann landen wir wieder sanft auf dem nächsten Schlickhaufen. Kurt und Brigitte sind bereits über der Barre, ankern vor dem Einklarierungsort Livingston und warten auf uns. Wir sind zuversichtlich, dass es nur noch 10 Minuten dauern kann; schließlich schiebt sich unser Schiff Stück für Stück voran. An Land hat man uns bereits beobachtet. Ein kräftiges, kleines Motorboot nähert sich und bietet seine Hilfe an. Es ist Hector. Er will unser Schiff leicht krängen, um unseren Tiefgang zu minimieren. Noch sind wir guter Dinge, dass wir es selbst schaffen können. Tapfer muddeln wir uns durch den Schlick. Gespannt beobachten wir, wie Hektor ein entgegenkommendes Segelschiff vorsichtig auf die Seite legt und den Segler über die flachen Stellen begleitet. Sollten wir uns doch helfen lassen ? ......wie breit ist die Barre denn noch ? Inzwischen haben wir uns 40 Minuten durch den Mudd gekämpft und der Zeitraum des höchsten Wasserstands ist verstrichen. Entspannt kommt Hector längsseits und bietet erneut seine Hilfe an, die wir dieses Mal dankbar annehmen. Es ist dann wirklich kein großes Problem. Hektor zieht das Schiff am Spinnakerfall gefühlvoll auf die Seite und in kurzer Zeit schwimmen wir im tiefen Wasser.

Wir klarieren in Livingston ein. Ein neues Land, neue Eindrücke, Farben und Gerüche nehmen uns schnell gefangen. Maya Frauen in farbigen langen Röcken und Blusen mit Blumenmustern verkaufen köstliche Früchte, bunt gewebte Stoffe hängen flatternd im Wind.

Die anschließende Fahrt auf dem Rio Dulce in den Regenwald ist dann überwältigend. Wir fahren mitten durch den Dschungel. Umgeben von üppigem Grün schlängelt sich der Fluss in Kurven und Biegungen immer tiefer ins Landesinnere. Ein Konzert aus Vogelstimmen begleitet uns, Silberreiher fliegen in Schwärmen über den Fluss, Schwalben landen auf unserem Relingsdraht. Wir motoren durch eine Schlucht umgeben vom Regenwald. Dann öffnet sich der Fluss zu einem See und wir können uns bei halbem Wind von den Segeln ziehen lassen. Kleine strohbedeckte Hütten liegen versteckt im Grün. Einige Lanchas, lange schmale Boote kommen uns entgegen. Fischer werfen ihre Netze aus.

Vor der RAM Marina fällt der Anker. Wir springen ins Wasser und schwimmen zum ersten Mal seit langer Zeit im Süßwasser. Hier stellen wir unsere Murada an Land. Ein Segler nach dem anderen verabschiedet sich in die Heimat und auch unsere dritte Karibsaison geht ihrem Ende entgegen. Wir verlassen unsere Murada gut verpackt für die bevorstehende Regenzeit. Wenn alles wie geplant verläuft, sind wir am 15. Mai in Deutschland und können am nächsten Tag bei unseren Segelfreunden die Leinen für ihren ersten großen Schritt in die Fahrtenseglergemeinde lösen. Wir freuen uns auf das Wiedersehen.

Samstag, 14. April 2018

Belize...eine meerblaue Überraschung





mehr "blau" geht nicht ! Was von uns nur als Rückweg zum Sommerlager in Guatemala gedacht war, entpuppt sich zu einem echten Highlight.

Belize, das kleinste Land Zentralamerikas mit seiner langen Küste und dem vorgelagerten Great Barrier Riff erlaubt Segeln vom Feinsten. Sehr viele kleine Inseln liegen zwischen dem Festland und dem Außenriff. Es gibt nur wenige Durchlässe. Wir segeln von Kuba kommend in die Einfahrt von San Pedro. Nach dem Einklarieren geht es in gemütlichen Etappen Richtung Süden. Erst einmal hinter dem Riff erwartet uns ruhiges Wasser. Bei konstantem Ostwind gleitet unsere Murada leise rauschend dahin. Die Farbe des Wassers changiert von türkis über hellblau bis smaragdgrün. Die Tiefe beträgt manchmal nur wenige Meter und wir können den Meeresboden erkennen. Den Kurs müssen wir gut berechnen, um nicht auf Grund zu laufen. Wenn wir eine der kleinen Inseln ansteuern oder uns zwischen den Inseln unseren Weg suchen, halten wir gut Ausguck, um uns von Korallenstöcken, die manchmal bis knapp unter die Meeresoberfläche wachsen, frei zu halten. Und es kommt vor, dass ein vermeintlicher Stein in majestätischen, schwingenden Bewegungen davon gleitet. Wenn auch das Segeln vor Belizes Küste nicht einfach ist, gutes Kartenmaterial und umsichtige Navigation Voraussetzung sind, so werden wir doch tausendfach belohnt.

Angekommen springen wir ins Wasser, tauchen zum Anker und erkunden den neuen Liegeplatz. Da kommt es schon einmal vor, dass eine Seekuh gemächlich ihres Weges zieht. Mit ihrer gewaltigen Schwanzflosse bewegt sich das gewichtige Tier scheinbar mühelos durchs Wasser. Wir fahren mit dem Beiboot an die Riffkante. Dort im seichten Wasser finden wir die intaktesten Korallen unserer bisherigen Reise. Lilafarbene, filigrane Fächerkorallen lassen sich vom Wasser seicht hin und her wiegen. Große Röhrenkorallen stehen verwurzelt am Grund und strecken ihre langen Arme leicht wiegend dem Licht entgegen. Stein- , Hirn- und Geweihkorallen, Röhren-, Vasen- und Becherschwämme bilden kunstvolle Korallenstöcke. Es scheint, als hätte die Natur einen wunderschönen Unterwassergarten angelegt. Wir schauen von oben auf diese eigene Welt und staunen. Zwischen und um die Korallen schwimmen Rifffische in den herrlichsten Formen und Farben, verstecken sich im Labyrinth der Zwischenräume. Ein Schwarm Doktorfische zieht an uns vorbei. Ein gepunkteter Adlerrochen fliegt mit ruhigen, kraftvollen und schwingenden Bewegungen durchs Wasser. Am Außenriff begegnet uns ein Riffhai, der zu unserer Erleichterung unbeirrt weiterzieht. Ab und zu tauchen wir zum Grund, schauen unter das Höhlensystem eines Korallenblocks. Dort wohnen Lobster, Einsiedlerkrebse, Kofferfische und manchmal schläft dort ein Ammenhai. Erstaunlicherweise sind hier nur einige wenige Segler unterwegs und auch Charterschiffe sehen wir kaum. Oft haben wir eine kleine Insel für uns alleine, die Ruhe ist unbeschreiblich, mitten in der Natur zu liegen beglückend.

Vor Belizes Riff liegen drei von vier Atollen in der Karibik. Auf einem der Atolle, dem Lighthouse Reef, liegt das weltberühmte "Blue Hole". Das "Blue Hole", eine tiefblaue Pupille mit einem aquamarinblauen Rand, umgeben von den helleren Farbtönen des Riffs, ist Weltnaturerbe. Das im Zentrum tiefblaue Loch bildet einen perfekten Kreis von 304m Durchmesser an der Oberfläche. Es soll ca. 120m tief sein. Auf 40m Tiefe eröffnet sich eine Galerie an einer Felswand an der sich vor dem Absinken des Meeresspiegels eine Kalksteinformation aus bis zu 8m hohen Stalaktiten und Stalagmiten gebildet hat. Alfons hat dieses Naturwunder während eines geführten Tauchausflugs besucht.

Auch an Land hat Belize viel zu bieten. Es ist dünn besiedelt. Die Menschen leben mit vielen Kulturen friedlich zusammen. Die Amtssprache in Belize ist englisch. Die Versorgungslage ist gut, die Märkte begeistern mit frischem Obst und Gemüse. Im Landesinneren locken die antiken Stätte der Mayas, tropischer Regenwald, Nationalparks und Naturreservate mit einer Vielzahl an Tieren und Pflanzen. Das alles wollen wir in unserer nächsten Karibiksaison ausgiebig bereisen.

Vorerst ist unser Erlebnisspeicher gut gefüllt mit all den Eindrücken dieser Saison. Gestartet von den ABC Inseln Aruba, Bonaire und Curacao besuchten wir die fröhliche und entspannte Insel Jamaika, die kleine aber reiche Insel Grand Cayman, machten uns auf der größten Insel der Karibik in Kuba auf eine Reise in die Vergangenheit und erleben nun Natur pur in Belize. Reich beschenkt, zufrieden und glücklich blicken wir auf eine spannende Saison zurück.

In den nächsten Tagen segeln wir unser vorerst letztes Stück und werden nochmals das Land wechseln. Unser Ziel ist die RAM-Marina im Rio Dulce, einem Fluss im Regenwald Guatemalas. Mitte April ist Neumond und der Wasserstand während der Springtide am Höchsten. Dann werden wir hoffentlich ohne Grundberührung über die Barre in der Einfahrt motoren können.
Dort ist dann Schluss mit lustig. Bei den im Regenwald vorherrschenden 38 Grad Hitze und 80-90 %Luftfeuchtigkeit werden wir wohl ein wenig ins Schwitzen kommen, wenn wir unsere Murada für ihren Landaufenthalt fertig machen. Es kann also durchaus sein, dass wir uns auf die kühle Heimat freuen. Solong

Dienstag, 20. März 2018

Cuba, der Versuch einer Bestandsaufnahme





Seit 6 Wochen leben wir in Cuba. Wir liegen mit unserer Murada vor Cienfuegos und Cayo Largo vor Anker. Von Cienfuegos aus fahren wir nach El Nicho, baden in den mehrstufigen Wasserfällen des Rio Hanabanilla im Escambray Gebirge. Wir besuchen Trinidad, die Stadt der Schaukelstühle und das noch ursprüngliche Santa Clara. Wir kommen durch Cumanayagua, einen ländlichen Ort im Herzen Cubas, in dem noch Pferdefuhrwerke das Strassenbild bestimmen. Wir fahren nach Havanna, streifen durch die schon restaurierte Altstadt und sind sprachlos über den Verfall bis zum Zusammenbruch von ehemals herrlichen alten Häusern ein paar Strassen weiter. Wir schlendern bei Sonnenuntergang über den "malecon", die marode Uferpromenade und tauchen im legendären "Tropicana" ins Nachtleben von Havanna ein. Nach dem trubeligen Stadtleben machen wir uns auf den Weg in das Tal von Vinales. Das ertragreiche Tabakanbaugebiet mit seiner faszinierenden Landschaft ist Unesco Weltnaturerbestätte. Mogotes, große Kalksteinmonolithe, liegen verstreut vor der Gebirgskette der Sierra de los Organos. Die "guajiros", Landarbeiter, ziehen an einer Zigarre rauchend, wie vor 100 Jahren einen Pflug von Ochsen durch ein rostrotes Tabakfeld. Wir sitzen auf der Terrasse unserer casa mit einem herrlichen Blick auf die Berge und die nachbarschaftliche Bautätigkeit.

Was wir sehen ist eine Insel in Aufbruchstimmung.
Neben Pferdefuhrwerken fahren die ersten Elektroroller und Elektroautos. Und überall wird angebaut und aufgestockt. Wer eine "casa particular" eine Privatunterkunft vermieten kann, verdient mit einer Übernachtung so viel wie ein Arbeiter im ganzen Monat. Wer an die Touristenwährung CUC kommt, kann sich in ganz kurzer Zeit sehr viel mehr leisten.
Da verwundert es nicht, dass die Methoden, an die begehrte Währung zu gelangen, immer dreister werden. Selbst an der Kasse im Einkaufsladen wird für ausgezeichnete Ware eben mal 25 Prozent mehr verlangt, im Touristenbus erhält man für 2 Personen nur eine Fahrkarte oder auch mal gar keine. Hier scheint das kollektive Wegschauen und das in die eigene Tasche arbeiten kultiviert und ohne Folgen möglich. Leider sind unsere Erfahrungen nicht immer erfreulich. Noch scheint das Maß aller Dinge nicht ausgelotet. Die Dreistigkeit scheint auf dem Vormarsch, das schnelle Geld winkt, der ahnungslose Tourist wird gnadenlos ausgenutzt.

Wir sind dicht an die Cubaner herangekommen, haben viel gesehen und erfahren, haben viele Fragen gestellt. Wir haben gelernt, mit und wie die Cubaner anzustehen. Man fragt nach " ultimo", dem Letzten in der wartenden Menschentraube. Wir haben gelernt, dass das Warten manchmal lange dauern kann und auch die weiter entfernt stehenden Gruppen im Schatten noch vor einem dran sind. Wir werden aber wohl nie die schier unendliche Geduld der Cubaner verstehen lernen. Wir haben Restaurants und Bars gefunden, die nur von Einheimischen besucht werden. Auf der Suche nach Lebensmitteln haben wir die Läden durchstreift und gelernt sofort zuzuschlagen, wenn das Gewünschte erst einmal vorhanden ist. Wir haben erfahren, dass allen Menschen in Cuba eine Grundversorgung zusteht. Diese Grundversorgung reicht nicht aus, um im Alter gut leben zu können. So arbeitet im Hafenbüro der ehemalige Dollmetscher Fidel Castros als Hafenmeister. Reisen ist zwar inzwischen theoretisch möglich, aber für den normal verdienenden Cubaner ist alleine der Flug unerschwinglich. Der Durchschnittslohn vom Fabrikarbeiter bis zum Arzt beträgt ca. 25 CUC. Wohnung, rationierte Lebensmittel, Bildung und Gesundheitswesen werden vom Staat abgedeckt. Handys sind inzwischen so weit verbreitet wie überall auf der Welt. Es gibt aber nur wenige Möglichkeiten ins Netz zu kommen. Sieht man auf einem Platz eine Handy bedienende Menschentraube, kann man sich getrost dazu stellen und unter Einsatz der zuvor erworbenen Internetzugangskarte die neusten Nachrichten herunter laden.

Am staunenden Betrachter wandern mal eben 100 Jahre Zeitgeschichte auf engstem Raum und in kürzester Zeit vorbei. Da fährt das Pferdefuhrwerk neben dem neuen, aus China importierten Elektroroller. Wenn die Cubaner es schaffen, so fließend in die Neuzeit umzusteigen, macht das Hoffnung. Hoffnung, dass sie viele unserer Fehler auslassen!? Das einzige Kernkraftwerk wurde wegen Geldmangels nie fertig gestellt.

Wir werden diese Insel mit ihren Schätzen im Auge behalten und ihre politische Entwicklung weiter verfolgen. Wir wünschen den Menschen in Cuba, dass sie ihre sozialen Errungenschaften erhalten oder sogar verbessern können und dass sie es schaffen alle am Aufschwung zu beteiligen. Es wäre diesem Volk zu wünschen. Es hat sich in entbehrungsreichen Zeiten zusammengerauft und gegenseitig unterstützt, ein wunderbares Erbe mit viel Liebe zusammengeflickt und weitestgehend erhalten, aus der Not eine Tugend gemacht, sich ihre wunderbare Musik und Lebensfreude erhalten und ihren Stolz nicht verloren. Viva Cuba!

Sonntag, 25. Februar 2018

Trinidad, Stadt der Schaukelstühle





Das frühe Geräusch des herannahenden Tages ist ein beginnendes Vogelgezwitscher. Mit dem ersten Dämmerlicht stimmen die Hähne in den Chor mit ein. Der Tag erwacht träge. Die ersten Stimmen sind auf der Strasse zu hören. Geklapper von Pferdehufen auf Kopfsteinpflaster hallt durch die Gasse. Noch bin ich zu müde, um aufzustehen. Die Geräusche vermischen sich zu einem geruhsamen Konzert aus Vogelgezwitscher, Krähen der Hähne, Stimmen der Menschen und Hufgeklapper.
Da ertönt ein melodisches "pan pan"...und wieder "pan pan"....
Jetzt hält mich nichts mehr im Bett. Ich schleiche noch müde auf die Veranda, setze mich in den Schaukelstuhl und lasse die Situation auf mich wirken.
Der Brotverkäufer auf seinem Fahrrad mit Anhänger und dem großen Brotkorb fährt weiter. Die Frau von gegenüber fegt vor der Haustür. Der alte Mann von nebenan kommt mit dem Frühstücksbrot in der Hand aus seiner Tür und beginnt ein erstes Schwätzchen. Jetzt klappert ein Pferdefuhrwerk mit Baumaterial vorbei. Der Nachbar von schräg gegenüber tritt aus der Tür und hängt einen Vogelkäfig neben seine Eingangstür. Eine Frau zwei Häuser weiter gesellt sich mit Lockenwicklern auf dem Kopf zu ihren Schwätzchen haltenden Nachbarn. Die Ersten machen sich auf den Weg zur Arbeit. Ein Mann auf einem Fahrrad fährt Zigarre rauchend vorbei. Jetzt klappern immer mehr Pferdefuhrwerke beladen mit Baumaterial, Obst und Gemüse durch die Gasse. Das Leben auf der Strasse nimmt seinen geruhsamen Anfang.
Ich wähne mich auf einer Zeitreise in die Vergangenheit. Wie vor 100 Jahren geht das Leben in Trinidad noch einen gemächlichen Gang. Hier findet das Leben bei offener Tür auf der Strasse statt. Und überall, wirklich überall, ob in der Stube oder auf der Veranda stehen Schaukelstühle. Mir scheint, als würde in Trinidad noch der Schaukelstuhl den Rhythmus des Lebens bestimmen.





Cuba, Cienfuegos,Trinidad Infos





VISA-Verlängerung:
  1. Eine Wertmarke für 25 CUC kaufen. Diese gibt es nur in der BANDEC Bank, geöffnet Mo-Fr 08-15 Uhr, Sa 08-11 Uhr, 22°08'46.94"N 080°27'04.58"W, Avenida 56, zwischen Calle 29 und 31.
  2. VIZA verlängern in der Immigration, 22°08'40.99"N 080°26'14.95"W, Avenida 56, zwischen Calle 59 und 61, Öffnung für die VIZA-Verlängerung nur D 08-17 Uhr und Sa 08-12 Uhr. Mitbringen: Wertmarke von der Bank, Reisepass, Touristenvisum, Bestätigung einer Krankenversicherung und viel Zeit!!!


Geld von der VIZA-Karte in CUC nur am Automaten oder direkt in der Bank in Cienfuegos!

Euro (Bargeld) in CUC oder CUP:
Nähe von der Marine und ohne lange Wartezeiten, CADECA, Avenida 14, Calle 39 in Punta Gorda,
22°07'38.89"N 080°26'58.28"W
1 CUC = 25 CUP
1 CUC = 1 US$
1 CUC = 0,83 €


Restaurants:

Shekinah, Avenida 46 #3908 A e (Hausnummer) , zwischen Calle 39 und 41 Tel: 525479, geöffnet Di-So 12-14 Uhr und 18-22 Uhr

La Casa de Chango, 22°08'15,88"N 080°26'49.38"W, Avenida 38 Ecke Calle 41

Preise der Marina:
Ankerlieger 0,30 CUC pro Fuß und Tag
Hafenlieger (selten möglich) 0,70 oder mehrere Tage 0,68 CUC pro Fuß und Tag
Wasser 5 CUC pro 1 m³
Diesel 1 CUC pro Liter

Wäscherei für Kubaner: mit Glück auch für uns…
Avenida 56, zwischen Calle 41 und 43, 22°08'44.42"N 080°26'44.83"W

Fahrt in die Stadt von der Marine:
Mit dem Bus: 0,20 CUP, man gibt einfach 1 CUP und fährt mit 4-5 Personen! 1 CUP = 0,04€!
Fahrradtaxi ca. 3 CUC
Taxi= Auto ca. 5 CUC
Motorradtaxi ca. 5 CUC

Ausflüge in die Umgebung:
Vor dem Club Nautico neben der Marina steht tagsüber ein Vertreter von YARÉ TAXI Driver, Tel 01-53384318 mobil, 43510560 home, er machte immer Preise die man sofort annehmen konnte, super günstig, vermittelt auch Casa Particularis, super günstig.





Beispiel:
Ausflug nach Trindad von Cienfuegos/Marina: 1. Tag Taxifahrt für 4 Personen: 40 CUC Anreise
Übernachtung im Doppelzimmer mit eigenem Bad pro Nacht 15 CUC, Frühstück pro Person und Tag 5 CUC, 1 Abendessen 8 CUC pro Person mit Wein
  1. Tag Rückreise 40 CUC für 4 Personen

Unterkunft:
Dailin-y-Yadira, Clemente Pereira #114. e/Simón Bolivar y Fidel Claro, 21°48'11.06"N 079°59'19.51"W, http://hostalyadiraydailin.zohosites.com


Sehr gutes Restaurant in Trinidad:
Ochun Yemaya, Piro Guinart (Boca), 151B, 21°48'18.67"N 079°59'18.1"W, geöffnet 11-20 Uhr täglich




Cuba, ein Rohdiamant



Cuba, wie soll man diese Insel beschreiben ? Vielleicht mit:
Sie ist so vielseitig, wie ihre Fortbewegungsmittel ....oder.....es ist, als befände man sich auf einer Zeitreise in die Vergangenheit ???

Auf jeden Fall ist es unglaublich spannend, die Insel zu erkunden. Immer wieder stehen wir vor Fragen, die nach Antworten suchen.

Beim ersten Landgang in Cienfuegos fallen uns die breiten Boulevards mit wenig Verkehr auf. Alles ist sauber, kein Müll liegt am Strassenrand. Dazu fährt alles, was Räder hat und noch nicht auseinanderbricht. Die alten amerikanischen Schlitten, die bei uns Oldtimer heißen würden und nur zu besonderen Anlässen zur Ausfahrt genutzt werden, bestimmen hier das Strassenbild. Neben Bussen, die bei uns nicht mehr zugelassen wären, fahren alte Lastwagen, Traktoren, Pferdefuhrwerke, Fahrradrikschas, Mopeds, Motorräder mit Beiwagen, Motorradrikschas, Fahrräder und noch vieles mehr. Alles ist alt und mehr oder weniger liebevoll zusammengeflickt.

Jeder der Antiquitäten liebt, muss sich in Cuba verlieben. Die ganze Insel ist ein einziges Museum. In jedem Stück steckt Geschichte. Die alten herrschaftlichen Villen in Cienfuegos erzählen Kolonialgeschichte. Hinter den bröckelnden Fassaden erkennt man die ehemalige Schönheit der Gebäude.

Dabei strotzt die Stadt vor Leben und Musik. Die zahlreichen Bars, Restaurants und Cafes locken mit Live Musik. Neben Salsa und lateinamerikanischer Musik lieben die Kubaner die klassische Musik und es kommt schon einmal vor, dass ein Opernsänger die Zuhörer begeistert.

Wir streifen durch Cienfuegos, gehen auf den Pfaden der Touristen mit dem Fotoapparat im Anschlag. Dann sind wir unterwegs, um unser Leben zu organisieren. Auf der Suche nach frischen Lebensmitteln durchstreifen wir stundenlang die Stadt, bringen unsere Wäsche zur Wäscherei, versuchen unser Visa um einen Monat zu verlängern....ein Programm, das sich mit viel Durchfragen und Anstehen über Tage erstreckt.

Die 2 Währungen, die parallel nebeneinander bestehen, machen das Ganze nicht einfacher. Die einheimische Währung CUP existiert neben der Touristenwährung CUC. 1 CUC sind 24 CUP. 1 CUC sind 0,80 €. Will man nun mit dem öffentlichen Stadtbus fahren, kostet dieser 0,20 CUP. Ja, ihr habt richtig gerechnet, das sind ca. 0,01 €. Hat man die kleine einheimische Währung passend, ist der Busfahrer zufrieden. Gibt man mehr, ist er auch zufrieden. Bei manchen Gelegenheiten, z.B. auf dem Markt, an Strassenständen, in kleinen Läden und Imbissbuden können wir mit CUP bezahlen. Im Normalfall wird von uns CUC verlangt mit vergleichbaren Preisen zum Euro. Ein Unterschied, der manchmal für die gleiche Ware das 20fache ausmacht. Man kann auch Entwicklungshilfe auf unterer Ebene dazu sagen.

Noch haben wir nicht alles verstanden, wissen aber schon vieles. Jeden Tag kommt eine neue Erkenntnis, eine neue Erfahrung dazu. Jeden Tag wird unser "spanisch" ein wenig besser.
Cuba, die größte Insel der Karibik mit viel Geschichte....Fidel Castro und Che Guevara, Hemingway und Benny More.....alten Kolonialstädten und kleinen Dörfern, Bergen und Wasserfällen, Flüssen und Seen, fruchtbaren Böden und bäuerlichen Strukturen.....Hier gibt es viel zu erkunden und obwohl wir unseren Aufenthalt schon um einen zweiten Monat verlängert haben, kratzen wir noch an der Oberfläche dieses Rohdiamanten.

Montag, 19. Februar 2018

Rodeo Ritt nach Cayo Largo/ Cuba

Wer einmal gerne Rodeo reiten möchte, hätte mit uns nach Cuba reisen sollen.
Bei einer Wettervorhersage mit Wind aus Ost und Windstärke 5 bis 6 entscheiden wir uns Anfang Februar von Grand Cayman nach Cuba zu segeln.

Der Ostwind scheint uns passend, um gen Norden zu segeln und genügend Wind brauchen wir auch, um den westsetzenden Strom auszusegeln. Soweit der Plan.
Geworden ist daraus ein Rodeo gegen 3-4 Meter hohe Wellen und bis zu 8 Windstärken. Unsere Murada hat sich tapfer geschlagen, ist über die schräg anlaufenden Wellenberge geritten wie ein bockendes Pferd und hat öfter mal in tiefen Wellentellern geächzt und gestöhnt.
Letztendlich kamen wir wieder einmal schnell und heile an.
Mit dem ersten Licht des Tages segeln wir nach 140sm Seemeilen hinter das Riff nach Cayo Largo. Welch eine Wohltat für die geplagte Mannschaft. Welch ein Reichtum Cubas, vor ihrer Küste solch ein schützendes Riff zu haben.

Hier klarieren wir unkompliziert ein. Alle Offiziellen sind vor Ort und an Bord. Papier wird beschrieben, Pässe, Bootspapiere, Visa geprüft. Der Abgeordnete des Agrarministers untersucht unsere Vorräte und weist uns eindrücklich darauf hin, nichts über Bord zu werfen. Als dann auch noch ein Arzt bei uns Fieber gemessen und unsere Gesundheit festgestellt hat, können wir die gelbe Quarantäneflagge gegen die Gastflagge Cubas austauschen.

Wir schauen uns um und entspannen. Das Blau des Meeres schillert in den schönsten Blautönen. Kleine, grüne Inseln mit Sandstränden und Mangroven liegen verstreut hinter dem wellenbrechenden, schützenden Riffgürtel. Einige Tage baden und schnorcheln wir, befreien unser Schiff und uns von der Salzkruste, machen Spaziergänge am weißen Sandstrand.

Dann zieht es uns weiter. Wir wollen ans Festland; die größte Insel der Karibik anfassen. In vier Tagen kreuzen wir gegen den Wind nach Osten auf, ankern hinter kleinen Inseln, die nur wenig Schutz bieten. Dann haben wir Cienfuegos erreicht.

Die ersten Eindrücke sind überwältigend. Jeder Tag ist spannend und bringt uns Cuba ein Stückchen näher. Es gibt hier unendlich viel zu entdecken....alle Mühe der Anfahrt ist vergessen.